Sammlungen

Logo der MEWO Kunsthalle

Im Depot der MEWO Kunsthalle befindet sich der Nachlass des Memminger Malers Josef Madlener, etwa 150 Gemälde und 1000 Grafiken Max Unolds, das druckgrafische Werk Wolfgang Niesners und die Sammlung zu Johann Gottlieb Prestel und Maria Katharina Prestel.
Als Ausstellungshaus besitzt die MEWO Kunsthalle keine Räumlichkeiten für eine Dauerpräsentation der Sammlung. Diese wird jedoch stetig durch Ausstellungen, Publikationen und neue Konzepte zur Teilhabe erschlossen. Das neu entwickelte Ausstellungsformat KinderKunstLabor trägt seinen Teil dazu bei. Mit jeweils halbjährigen Ausstellungen im neuen Format KinderKunstLabor möchten wir die Sammlung museumspädagogisch aufbereiten, Kunstgeschichte erfahrbar und besonders unsere jungen Besucher*innen mit lokaler Kunst vertraut machen.

Selbstportrait von Josef Madlener

Josef Madlener

(*1881 in Amendingen – †1967 in Amendingen)

Josef Madlener, der «Maler der schwäbischen Weihnacht», erweist sich als ein weitaus vielseitigerer Künstler als es seine hinlänglich bekannten ländlichen Postkartenidyllen und religiösen Darstellungen vermuten lassen. Madlener studierte, nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Memmingen, an der Kunstgewerbeschule und hernach an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach seinem Studium arbeitete er als Zeichner und Illustrator für die Zeitschriften Fliegende Blätter, Meggendorfer Blätter und Jugend.
Als Maler errang er mit ländlichen und weihnachtlichen Motiven Erfolge, viele seiner Bilder wurden als Postkarten veröffentlicht. Seine sehr eigene Bild- und Formensprache, eine Art volkstümlicher Symbolismus, stellte ihn jedoch quer zu allen zeitgenössischen, avantgardistischen Strömungen.
Schon früh beschäftigte er sich zudem mit Religion, Okkultismus und Parapsychologie.

Der Nachlass von Josef Madlener – mehrere hundert Bilder, etwa 2000 Arbeiten auf Papier und viele Dokumente – gehört zum festen Bestand der MEWO Kunsthalle, wird hier kunsthistorisch aufbereitet und durch Ausstellungen wie auch Publikationen erschlossen.

Selbstportrait von Max Unold

Max Unold

(*1885 in Memmingen – †1964 in München)

Max Unold gilt als bedeutender Vertreter der «Neuen Sachlichkeit». Seine Motive fand er vor allem im Groß- und Vorstadtleben. Er malte und zeichnete Arbeiter, Menschen im Café, am Strand, beim Flanieren und anderen Freizeitbeschäftigungen. Viele seiner grafischen Werke fanden zudem Verwendung als Buchillustrationen.

Er war 1913 einer der Mitbegründer der Münchner Neue Sezession, der unter anderem Karl Arnold, Bernhard Bleeker, Adolf Erbslöh, Alexej Jawlensky, Alexander Kanoldt, Paul Klee, Edwin Scharff und Albert Weisgerber angehörten.

Als deren letzter Präsident erlebte er 1936 auch ihre zwangsweise Selbstauflösung gemäß der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat“. Mehrere seiner Werke wurden von den Nationalsozialisten als ‘entartet’ beschlagnahmt und aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Seit 1927 war er Professor an der Münchner Kunstakademie, ab 1946 Präsident des Berufsverbandes bildender Künstler in München.

Im Depot der MEWO Kunsthalle befinden sich ca. 70 Gemälde und etwa 1000 grafische Arbeiten.

Selbstportrait von Wolfgang Niesner

Wolfgang Niesner

(*1925 in Freudenthal – †1994 in München)

Der aus Freudenthal im Sudetenland stammende Grafiker Wolfgang Niesner schuf eindrucksvolle Arbeiten im Bereich der Handzeichnung, aber vor allem auf dem Gebiet der gedruckten Kunst: Holzschnitt, Ätzradierung, Kaltnadel, Kupferstich und Mezzotinto.

Je nach Arbeitstechnik zeigte Wolfgang Niesner seine Stärken in der zeichnerischen Prägnanz oder in der flächigen Impression. Er fand eine eigene Bildsprache zwischen spürbarer Wirklichkeitsnähe und surreal bestimmter Vision. Seit 2005 befindet sich das druckgrafisches Werk als Schenkung seiner Witwe Friederike Niesner im Bestand der MEWO Kunsthalle.

Selbstportrait von M. K. Prestel Selbstportrait von J. G. Prestel

Johann Gottlieb Prestel

(*1739 in Bad Grönenbach – †1808 in Frankfurt am Main)

Maria Katharina Prestel

(*1747 in Nürnberg – †1794 in London)

Johann Gottlieb Prestel ist nach seinen Lehrjahren bei der künstlerischen Ausgestaltung der Benediktiner-Abtei Ottobeuren über Augsburg nach Nürnberg gezogen und schließlich in Frankfurt zu großer Berühmtheit als Kopist und Kupferstecher gelangt. Mit der von französischen Vorbildern übernommenen und von ihm noch verbesserten Aquatintamanier, der Vervielfältigung von Zeichnungen und Gemälden auf höchstem Niveau hat Johann Gottlieb Prestel der deutschen Kupferstecherei neue Bahnen gewiesen. Schon die Zeitgenossen hoben den besonderen künstlerischen Rang der Prestel'schen Reproduktionen hervor. Mit der von ihm entwickelten Drucktechnik verstand er es, die begehrten Handzeichnungen alter Meister so täuschend ähnlich auf die Kupferplatte zu bringen, dass seine Vervielfältigungen bis heute begehrte Objekte sind.

Die Sammlung enthält Reproduktionen nach Zeichnungen von Michelangelo, Raphael von Urbino, Giulio Romano, Corregio, Tizian, Annibale Carracci, Guido Reni, Dürer und Altdorfer.