Premna Daemon (2018) – terra0

Premna Daemon (2018) – terra0, Foto: Stephan Baumann, www.bild-raum.com
 

Über die Jahre entwickelte sich eine Sensibilität für das Naturthema, die einerseits auf diese vage immerwährende Verbundenheit zurückgeht, die aber auch starke Züge ökologischen Bewusstseins in sich trägt. Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit brechen sich Bahn und werden öffentlich diskutiert. Im Gegenzug steigen Nationen aus Klimaabkommen aus und die vermeintlich einzige Strategie vieler Industrien scheint die bedingungslose Gewinnmaximierung zu sein.
Mitunter als Gegenentwurf erfahren der Wald, die Berge und die Natur ganz allgemein seit einigen Jahren eine Renaissance und besetzen damit den Platz einer quasi-religiösen Sehnsuchtsidee. Touristische Konzepte wie das Waldbaden, aber gerade das Höher-Schneller-Weiter- Prinzip der Branche sprechen die deutliche Sprache einer den heutigen Verhältnissen angepassten Nutzbarmachung von Natur als Erlebniswelt. Nicht selten steht der Eigennutz im Mittelpunkt. Ein Gleichgewicht zwischen Wald und Mensch ist wünschenswert, aber kaum erreicht.

Jacko Kahilaniemi: Imaginary Borderline

Jaakko Kahilaniemi, Imaginary Borderline, 2015, Pigment Druck, gerahmt, 41,5 × 32 cm
 

Die Selbstbedienungsmentalität der vergangenen Jahrhunderte ist nicht zukunftsfähig. Ist der Wald nur mehr die Bühne für unser am Überfluss und Überreiz erkranktes Ego? Der Mensch muss sich in seiner (Um-)Welt neu verorten und mit ihr auch in ökonomischer Hinsicht eine Beziehung auf Augenhöhe eingehen.
Die Ausstellung ›Forest. Enter. Exit.‹ widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Wald und Mensch. Sie stellt die Frage, wie wir uns heutzutage dem Wald nähern — tatsächlich, sinnlich, aber auch im übertragenen Sinn? In assoziativen Räumen ermöglichen die einzelnen Kunstwerke unterschiedliche Zugänge zur Wald-Mensch-Beziehung. Diese spiegeln sich in der Fülle der verschiedenen künstlerischen Positionen und der genutzten Medien wider.