Alexandra Vogt: Arche Mariens, 2013 Videostill

Alexandra Vogt: Arche Mariens, 2013, (Videostill)

Mitten im winterlichen Wald stehen ein paar Hütten, die 3D-Kamera bewegt sich langsam durch diese Siedlung, sie lässt uns diesen Ort selbst erkunden. 39 Hütten, sieben Glockentürme, ein Dom. Die verschlungenen Wege sind mit Pflanzkübeln und Plastikblumen dekoriert, Torbögen tragen fromme Sprüche. Alexandra Vogt nimmt uns mit ihrem 3D-Video mit in diese geheimnisvolle Welt, in eine Landschaft und in Architekturen, die direkter Ausdruck von Weltanschauung und Glauben sind. Ein Eremit hat sich vor über 30 Jahren hierher zurückgezogen und bereitet sich mit dieser Arche Mariens auf die bald bevorstehende Apokalypse vor. Er grenzt sich ab von der Welt da draussen. Mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln baut er sich eine eigene Welt – ohne fliessend Wasser, ohne Strom und doch höchst artifiziell.

Im zweiten Teil der Ausstellung zeigt Alexandra Vogt neue Gemälde, denn eigentlich ist sie Malerin, was über die Fotografien, die Filme und Installationen oft etwas in Vergessenheit gerät.

Die Bilder zeigen Gesichter und Frauengestalten. Vogt schafft darin mit einfachsten Mitteln archetypische, fast maskenhafte Figuren. Kein überflüssiges Detail, keine Farbe! Doch die meisten dieser Bilder sind Übermalungen und die Zeichnung des ursprünglichen Bildes bleibt weiterhin sichtbar, so dass sich bei genauerer Betrachtung ein sehr viel feineres Bild ergibt als es zuerst den Anschein macht.

 

Alexandra Vogt (* 1970 in Mussenhausen) studierte an der Akademie der Bildenden Künste, München, der Glasgow School of Art und an der Kungliga Konsthögskolan, Stockholm. Sie lebt und arbeitet in Kammlach.